Die Renaissancemusik in Ungarn

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Die Geschichte der ungarischen Renaissancemusik ist eigenartig, was auf die ungarischen geschichtlichen Ereignisse (Kämpfe gegen das Haus Habsburg, die Türkenherrschaft, innere Kämpfe) zurückzuführen ist. Kurz zusammengefasst kann man feststellen: Statt der Instrumental-, und Vokalmusik sind der historische Gesang und der Kriegsgesang typisch.

Den Beginn der ungarischen Renaissancemusik schätzt man – obwohl es schon während der Regierung von Zsigmond (1387-1437) beobachtbar war – auf die Regierung von König Matthias (1458-1490) und es unterscheidet sich leider sehr von den nachfolgenden Epochen. Dieses Mitleid bezieht sich natürlich nicht auf König Matthias. Wenn seine Geistigkeit und Politik nämlich weitergelaufen wäre, könnte sich Ungarn derzeit mit reicher renaissancer Erbschaft rühmen, aber es ist anders passiert. König Matthias und seine Ehefrau Beatrix mochten und unterstützten nicht nur die Wissenschaften und verschiedenen Kunstarten, sondern auch die Musik. Am berühmsten Musiker des Zeitalters aus Niederlande, Italien oder aus Frankreich haben bei Ihnen oft verkehrt oder sie sind direkt in dem königlichen Hof Dienst gestanden z. B.: Johannes de Stokhem, Jacques Barbireau, Stefano da Salerno, sowie Bisth, Mecchino, Bonnus, Cornuel. Das Königspaar konnte sich auch noch Pietro Bono – er war der beste Lautenspieler des Zeitalters – verschaffen, aber dazu brauchten sie schon die verwandschaftlichen Beziehungen von Beatrix (Herzog Ercole d’Este) und sie sollten auch etwa diplomatischen Einfluss aufbieten. Johannes Tinctoris war um 1470 der Musiklehrer von Beatrix, obwohl er keine direkte Verbindung mit Buda hatte und zwischen anderen Musikwerke hat er seine „Terminorium musicae diffinitorium” gerade Beatrix angeboten. Zu dieser Zeit war schon die historische Musik in dem königlichen Hof hochgeschätzt. Galeotto Marzio (1427-1492), der italienische Humanist, berichtete ausführlich über seine Erlebnisse, was er als Gast von König Matthias erlebt hat. Er gleichet die Lautenspieler von da den römischen Spielleute an.

II. (Jagello) Uladislaus („Dobzse” Ladislaus) (1490-1516) zwar überflügelt den Aufwand von König Matthias, er stellte die besten Musiker von Europa an. Während der Regierung von seinem Sohn ( Ludwig der Zweite, 1516-1526) war auch Adrian Willaert der Gast von dem königlichen Hof. Das Land ist aber wegen der ständigen Kriege so wirtschaftlich, wie politisch schwächer geworden (die Schlacht bei Mohács, der Riss des Landes in zwei und drei Teile, die Türkenherrschaft). Die ständigen Kriege waren ungünstig für die Künste: sie entzogen die geistigen und finanziellen Kräfte, verhinderten die Bildung von den „musikalischen Werkstätte” und schreckten die Meister und die Instrumentmacher ab. Alles in allem, wer Musik lernen wollte, musste nach Ausland fahren.

Für die Nachwelt ist fast keine heimatliche komponiert Instrumentmusik fortbestanden. Am bekanntesten renaissancen Tanzmusik wurden uns auch durch fremde Komponisten vermacht, z.B.: Jacob Paix: Ungarescha, Wolf Heckel: Ungarischer Tantz u.s.w. Die ersten ungarischen Bücher, die Orgeltabulatur enthalten haben, stammen aus dem 17. Jahrhundert. Sie haben noch den Renaissancestil, aber sie fallen schon außerhalb der Epoche von Renaissance, z.B.: Kodex-Kájoni (1634-1671), Lőcsei Virginalbuch (1660-1670), Kodex-Vietórisz (1689-1690), Soproni Stark Virginalbuch (1689-1690). Für den Mangel gibt eine Entschädigung Bakfark Bálint (1507?-1576), der unerrechbar talentiert Lautenspieler- und Komponist. Seine Werke bilden die Spitze der Gattung in der Lautenliteratur und seine Konstruktion führen die spätere Fuge vor. Wir sollen aber bemerken, dass Bakfark Bálint meistens nicht in Ungarn gelebt hat, deshalb sind seine Werke auch nicht in Ungarn geboren und sie wurden in Ausland herausgegeben. Vergeblich hat er einen Grundbesitz von János Zsigmond bekommen – der spielte auch sehr gut Laute – es scheint, dass das heimatliche ärmliche Musikleben konnte ihn nicht befriedigen und zu Hause halten.

Wenn wir außer der historischen Musik nach Vokalmusik suchen, finden wir eher geistliche, wie weltliche Musik. Aus dem Jahr 1548 von János Honretus stammt unsere erste in Ungarn herausgekommen, mit Noten versehen Druck mit dem Titel: „Odae cum harmoniis”. Dieser Werk gilt in gewisser Hinsicht als Ausnahme und besteht aus 21, vierstimmigen Kompositionnen. Die Gründe der Komposition stammen nicht aus ungarischer Quelle (sie stammen meistens aus Tritonius) und ihre kirchlichen Beziehungen sind unstreitig. Der Autor ist – der Komponist den anderen drei Stimmen ist unbekannt – vielleicht eben Honterus selbst. Pur kirchlich ist das Gradual-Eperjesi (1635-1650), was Gregorianische Gesänge und vierstimmige Werke auch enthält.

Die Gesangbücher bilden eine neue Kategorie in der kirchlichen Musik, in denen der Autor nicht komponiert, nur sammelt die Werke. Es kann auch sein, dass das Gesangbuch nur Libretto enthält. Das Gesangbuch von Gálszécsi István (1536) ist das erste Notenblatt auf ungarischer Sprache, was in Krakau hergestellt wurde. Das ist ein Werk mit Gregorianishen Hymnen und mit deutschen Choräle auf ungarischer Sprache. Nur die Bruchteile des Werks sind fortbestanden. Das Gesangbuch von Huszár Gál enthält 107 ungarische, protestantische Gesänge mit 49 Melodien. Erwährungswert ist auch das Gesangbuch von Bornemissza Péter (1582) und das Cantus Catholici (1651, verfasste Szőllősi Benedek).

Das historische Gesang – die typischste Offenbarungsform der ungarischen Renaissancemusik– ist früher als der Beginn der Renaissance entstanden und es ist mit dem Ende der Epoche nicht verschwunden. „Die Spielleute” leben heutzutage auch. Das ist die einzige Gattung, die bei Wind und Wetter fortbestanden ist, da man die Geschichtsschreibung, das Gedächtnis und die Ermunterung immer brauchte. Unsere Spielleute nutzten ihre Instrumenten zum Begleiten, was wahrscheinlich einfach und improvisiert war. Der Unterscheidung den Instrumenten hat man keinen großen Wert beigelegt: die Geigenspieler und die Lautenspieler bildeten keine getrennten Kategorien.

Unser erstes, im Druck erschienen (in Krakau) historisches Notengesang von Farkas András ist: „De introductione Scyttarum” (1538). Im Jahre 1553 hat das Hoffgreff-Gesangbuch in Klausenburg erschienen, was biblische Geschichte enthielt. Weitere Komponisten: Valkai András, Göröncsi Ambrus, Heltai Gáspár, Bornemissza Péter, Ilosvai Péter, Batizi András, Wathay Ferenc.

Außer Zweifel ist der hervorragendeste ungarische Vertreter der Gattung Tinódi Sebestyén (1510ca-1556). Er komponierte seine Melodien selbst – die ein hohes Niveau hatten – und sie sind konsequent mit dem Gedicht verbindet. Seine 24 Melodien und mehr als 1300 Verszeilen sind uns zugefallen, die (von manche Ausnahme abgesehen) in seinem in Klausenburg gedruckt Werk „Cronica” (1554) sind. Seine Beschreibung über die Ereignisse sind so exakt, dass es die spätere Geschichtsschreibung auch verwendet hat.

Alles in allem kann man feststellen, dass die europäische Musik in unserem küniglichen Hof immer anwesend war, aber wegen der Verhältnisse konnte es in breiter Basis nicht umgreifen.

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